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Rohvegan - ein Selbstversuch

 

Wer mir auf Instagram folgt hat sicher mitbekommen, dass ich mich 4 Wochen lang rohvegan ernähren wollte.

Ich lebe jetzt seit 2 Jahren vegan. Was am Anfang eine Herausforderung war, ist mittlerweile Alltag und völlig selbstverständlich für mich. 

Jetzt wollte ich mal ausprobieren, ob es auch ganz ohne kochen geht.

 

Glaubt man der rohveganen Community soll die rohe Ernährung viel gesünder sein, weil die guten Inhaltsstoffe wie Vitamine in der Nahrung nicht verkocht und somit besser verfügbar sind. Das hat mir eingeleuchtet. Auf die Verdauung soll von roher Ernährung besser werden. Es soll tolle Effekte auf Haut, Haare und Nägel haben und dich einfach wacher und fitter machen.

 

Klingt alles toll, oder?

 

Und warum hab ich nun nach 2 Wochen abgebrochen?

 

Einkaufen/Planung

 

Ich habe festgestellt, dass es ohne eine langwierige Vorplanung der Mahlzeiten ständig nötig ist einkaufen zu gehen. Frisches Obst und Gemüse kannst du nicht in Massen im Kühlschrank horten, wenn du nicht die Hälfte weg schmeißen willst (und das geht mal garnicht). Also muss man sich hinsetzen und für mehrere Tage vorplanen, was man essen möchte.

 

Das bin ich mal so gar nicht. Ich bin ein ziemlich intuitiver Esser. Ich plane nicht gern, mache einfach, wo mein Körper Lust drauf hat. Grade abends ist das häufig einfach nur Brot mit einem leckeren veganen Aufstrich. Brot ist nur dummerweise nicht roh.

Grad an Tagen, an denen ich keine Lust mehr hatte in der Küche zu stehen, fiel es mir ziemlich schwer. An solchen Tagen gab es abends Brot und ich hab mir einfach einen Soja-Joghurt mit Obst für die Arbeit vorbereitet. 

Während meinest Experimentes musste ich mich nun in die Küche zwingen und schnippeln, hexeln und mixen.

Und wenn ich mich zu etwas zwingen muss, verliere ich sehr schnell die Freude an der Sache.

 

Wohlbefinden

 

Ich habe mich nicht wie angekündigt super fit gefühlt, sondern war eigentlich 2 Wochen dauermüde. Zuerst dachte ich, es liegt am fehlenden Zucker, dann am Kaffee (ja, Kaffee ist auch nicht roh). Aber es wurde einfach nicht besser. Ich bin eigentlich ein ziemlich aktiver Mensch, aber ich hatte die ganze Zeit auf nichts so rechts Lust.

 

Gemeinsames Essen im Restaurant gehört für mich auch zu meinem Wohlbefinden. Mit meinem Mann oder Freunden gemütlich im Restaurant sitzen, quatschen und lecker Essen ist für mich Lebensqualität.

Auswärts roh essen geht aber nicht wirklich gut. Immer nur Salat mit Essig und Öl wird auf die Dauer ganz schön öde. Das hat mich ziemlich schnell genervt.

 

Und wenn du länger unterwegs bist, musst du eigentlich deine halbe Küche mitschleppen. Ich war zum Beispiel 3 Tage in Kiel auf einem Yogafestival. Ich hätte nicht wirklich gewusst, wie ich mir für 3 Tage Essen vorberieten soll. Einen Kühlschrank hatten wir nicht und einen Supermarkt gab auch nicht am Strand, wo ich mir hätte frisches Obst und Gemüse kaufen können.

 

Verdauung

 

Meine Verdauung kam mit dem ganzen rohen Zeug überhaupt nicht klar. Mehrmals täglich und dann auch sehr rasch zur Toilette zu müssen ist mit meinem Leben nicht wirklich vereinbar. Es war zwar kein Durchfall, aber es war nah dran. Und grüngrau sollte der Stuhlgang meiner Meinung nach auch nicht sein. Das spricht für mich dafür, dass mein Darm gar nicht alles richtig verdaut hat. Keine gute Vorstellung, oder?

 

Haut und Haare

 

Aufgrund meiner Haarlänge kann ich nicht viel dazu sagen, ob die Haare sich verändert haben. Was die Haut angeht, bin ich eher unzufrieden. Ich habe ohnehin Probleme mit einer unreinen Haut, grade um den Mund herum neige ich leider zu Pickeln. Und das wurde in den 2 Wochen deutlich schlimmer. 

Jetzt ist es schon 2 Wochen her, dass ich abgebrochen hab und ich habs immer noch nicht wieder so ganz im Griff.

 

 

Kosten/Umwelt

 

Will man wirklich 100% roh leben, geht das ganz schön ins Geld. Selbst in den gängigen Biomärkten bekommt man keine rohen Nüsse, Kerne oder Flocken. Das heißt, man müsste alles online bestellen. Die Preise sind wirklich gepfeffert, sogar im Vergleich zu Bioprodukten. Und dann kommt noch der Umweltaspekt hinzu. Ich möchte mir mein Essen nicht aus verschiednen Online-Shops bestellen und liefern lassen. Das ist ökologisch gesehen wirklich eine Katastrophe. 

 

 

 

Mein Fazit

 

Für mich ist die rohvegane Ernährung nichts. Sie passt nicht in meine Vorstellung vom Leben und tat mir wirklich nicht gut. Positiv ist, dass ich viel in der Küche rum experimentiert habe und einige tolle neue Rezepte kreiert habe, die ich sicher auch noch mal machen werde. Grad an heißen Sommertagen ist ein rohes Curry einfach viel leichter als ein gekochtes. 

 

Ich hab dir hier mal eine Auswahl meiner Lieblings-Rezepte zusammen gestellt. Wenn du auf das Foto klickst, landest du auf dem entsprechenden Blog-Artikel.

 

 

Hast du Erfahrung mit der rohveganen Ernährung. Ich fänds spannend zu wissen, wie es dir damit geht.

Lass mir doch einfach einen Kommentar da, wenn du magst. 

 

Namaste,

 

dein Nadine 

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